Der asiatische Gepard – Seltene Tierarten in Iran

Der Iran besitzt verschiedene Klimazonen und weist daher eine große Vielfalt in der Flora und Fauna auf. Viele Ökologen zählen das Land hinsichtlich seiner Vielfalt an Lebewesen weltweit zu den 10 ersten. Der asiatische Gepard, lebt nur noch im Iran.

Iran mit seinen vielen verschiedenen Klimazonen zählt zu den Ländern mit der größten Vielfalt an Lebewesen. Im Iran gibt es weite Wüsten wie die Kawir und gebirgige Regionen wie die Gebirgsketten von Albors und Zagros, ebenso wie weite Wälder am Kaspischen Meer . Dazu kommen Ökosysteme in den beiden großen Gewässern – das Kaspische Meer im Norden und der Persische Golf und der Golf von Oman im Süden. Viele Ökologen zählen das Land  hinsichtlich seiner Artenvielfalt  weltweit zu den 10 ersten.  Gemäß Angaben der iranischen Umweltbehörde  wurden in den Ökosystemen auf dem Festland und zu Wasser bisher 1140 Tierarten, 535 verschiedene Vogelarten und circa 650  verschiedene Fischarten festgestellt. Mit circa 6 Tausend verschiedenen Pflanzenarten zählt das Land in der Region zu denen mit der reichsten Pflanzenvielfalt. Aber eine Reihe von Pflanzen und Tierarten im Iran sind selten geworden und die Islamischen Republik ist darum bemüht sie vor dem Aussterben zu bewahren. Im vorliegenden Beitrag möchten wir ihnen eine größere Zahl von seltenen Tier-  und Pflanzenarten  im Iran vorstellen, die die Aufmerksamkeit von verschiedenen internationalen Organisationen auf sich gelenkt haben. Im ersten Teil geht es um den  asiatischen Gepard, der nur noch im Iran lebt und daher auch iranischer Gepard genannt wird.

Der asiatische Gepard – auf Englisch Asiatic Cheetah –  gehört zu den Tierarten auf der Welt, die rar geworden sind. Dieser Gepard hat einmal in einem großen Gebiet im Westen Asiens gelebt, doch ist er inzwischen überall,  bis auf Iran, in den letzten 20 Jahren ausgestorben.  Diese Unterart des Geparden  lebt zurzeit in Wüstengegenden der Islamischen Republik Iran und daher ist die  Bezeichnung iranischer Gepard durchaus angemessen.  Nach dem Amurleoparden , von dem es nur noch circa 30 bis 40 Exemplare in der Natur gibt, ist der iranische Gepard eine der seltensten Raubkatzen, welche vom Aussterben bedroht ist.

Die Geparden gehören zu der Familie der Katzenartigen. Mit ihrem schmalen Körper und dem breiten Brustkasten sehen  sie ein wenig den Windhunden ähnlich – aber im Gegensatz zu den Hundeartigen  ist ihr Kopf klein. Sie haben einen kurzen Hals, eine kurze Schnauze  und kleine runde Ohren.  Viele verwechseln den Gepard mit dem Leoparden. Die beiden Tiere unterscheiden sich deutlich durch die Fellzeichnung.  Beim Geparden sind die Flecken auf dem Feld rund und von einheitlicher Farbe, aber die Flecken auf dem Fell des Leoparden sind in der Mitte hell  und bilden Rosetten.

Der Gepard gehört dank seiner flexiblen Wirbelsäule,  großem Herzen und großer Leber, weiter Nasenlöcher,  starker Lunge und Muskulatur und einem schmalen Leib  zu den schnellsten Raubkatzen der Welt.  Er erreicht eine Geschwindigkeit von über 90 km in der Stunde und kann innerhalb von 2 Sekunden aus dem Stand seine Geschwindigkeit auf 70 km pro Stunde erhöhen. Eine solche Beschleunigung erreichen noch nicht einmal die besten Rennautos.  Allerdings kann der Gepard diese Geschwindigkeit nur für eine kurze Strecke beibehalten, denn sie kostet ihm eine enorme Energie.   Daher muss er bei der Jagd sehr gezielt vorgehen, um  innerhalb nur weniger 100 m  seine Beute zu erreichen.

Die Geparden haben sich auf die Jagd von Rehen spezialisiert. Sie jagen im Iran Rehe und Gazellen, Steinböcke,  Schafe und Ziegen. Oftmals ernähren sie sich aber auch  von Hasen und Füchsen oder Schakalen. Einer der wichtigsten Ursachen  für die drohende Gefahr des Aussterbens  mag darin bestehen, dass die Zahl der eigentlichen Beutetiere des Geparden wegen Rückgang deren Weideplätze abgenommen hat.

Ein weiterer Grund für die abnehmende Population des iranischen Geparden hat mit dem Fortpflanzungsschema  zu tun. Die Trächtigkeitsdauer der Raubkatze beträgt 95 Tage. Sie bringt normalerweise 4 bis 5 Junge zur Welt.  Eine entscheidende Rolle spielt auch, dass  das weibliche Tier sich seinen Partner aussucht. Die Fortpflanzungsrate dieses Tieres  ist in Gefangenschaft ausgesprochen niedrig.

Iranischer Gepard

In den letzten 20 Jahren haben staatliche und bürgerliche Institutionen in der Islamischen Republik Iran ihre Aufmerksamkeit dieser wertvollen Tierart gewidmet. Der lokalen Bevölkerung wurde gesagt, dass sie wegen dem geringen Bestand an Beutetieren es zulassen sollte, wenn einmal ein  Gepard in einen ihrer Schafställe eindringt. Ein Gepard ist nicht wie ein Wolf, der alle Schafe tötet.

Aufgrund solcher Projekte lässt sich heute sagen, dass die Population des iranischen Geparden im Vergleich zu den letzten Jahren gewachsen ist.  Der 9. Schahriwar, 31. August jedes Jahres wurde zum Nationaltag  für den Schutz dieser Tierart ernannt.  Die Iraner möchten der Weltbevölkerung den iranischen Gepard als Zeichen für das Naturerbe Irans vorstellen.

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