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Fastet, damit ihr gesund werdet!

Beim Fasten werden kranke und abgestorbene Zellen im Körper entsorgt  und an ihre Stelle treten  neue frische Zellen. Deshalb bezeichnen einige Ärzte das Fasten als eine Neugeburt des Körpers und Geheimnis der Jugend. 

Für die Muslime ist das Fasten im Monat Ramadan Pflicht, und zwar verzichten die Muslime in diesem Monat vom Gebetsaufruf am Morgen bis zum Gebetsaufruf nach Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Sie üben Verzicht, um Gott zu dienen und spirituell weiterzukommen. Das Fasten reinigt aber nicht nur die Seele sondern ist auch gesund.

Prophet Muhammad (s) sagte: „Fastet, damit ihr gesund werdet.“

In unserem Zeitalter ist die Bedeutung der Gesundheit und richtigen  Ernährung aufgrund vieler Erkrankungen wie Diabetes, MS und zunehmender Krebserkrankungen gewachsen. Heute weiß man, dass eine gesunde und sinnvolle Ernährung einhergehend mit genug Bewegung  eine erstaunliche Wirkung auf die körperliche Gesundheit haben. Fast Food und kohlensäurehaltige Getränke, sehr fettiges und salziges Essen und Ähnliches haben sich als schädlich erwiesen  und so haben sich einige dafür entschieden, vegetarisch zu leben oder nur Rohkost zu sich zu nehmen.   Andere haben Meeresfrüchte und Fisch auf ihren Speisezettel gestellt und sparen mit Salz.  Der moderne Mensch sucht nach neuen Ernährungsmethoden, um  gesund zu bleiben und länger zu leben.   Natürlich ist die positive Wirkung eines nützlichen Ernährungsplans für die Gesundheit nicht von der Hand zu weisen, aber sind nur  gutes Essen und gutes Trinken ein Garant für die körperliche Gesundheit?  Braucht das Verdauungssystem, das jeden Tag unentwegt Nahrung verarbeiten muss, nicht auch einmal eine Pause zum Ausruhen?

Der Verdauungsapparat ist – angefangen bei der Mundhöhle, dem Rachen  und der Speiseröhre bis zum Magen und den Gedärmen jeden Tag damit beschäftigt, Speisen zu verarbeiten. Ohnehin darf auch bei der  Verarbeitung und Entgiftung von Nahrung die Rolle der Leber, des Blutes und der Hormone und Körperdrüsen nicht außer Acht bleiben.

Das Fasten im Monat Ramadan dauert 29 oder 30 Tage und ist eine Gelegenheit für den Verdauungsapparat  nach 11-monatiger Arbeit etwas auszuruhen. Der Verdauungstrakt braucht wie die anderen Körperbestandteile auch mal eine Pause. Er hat die meiste Arbeit zu erledigen und daher ist eine Pause für ihn von vitaler Bedeutung und was wäre besser, als dass diese Pause einem geregelten einmonatigen Ernährungsprogramm gehorcht, so dass man sicher sein kann, dass sie etwas nützt.  Das Fasten im Monat Ramadan gewährt dem Verdauungssystem die Gelegenheit zum Ausruhen, insbesondere dem Magen. In der modernen Medizin ist man ebenso wie in der traditionellen Heilkunde der Ansicht, dass ein gesunder Magen eine außerordentliche Bedeutung für einen gesunden Körper hat. Der Prophet Mohammad (s) hat  gesagt:

„المِعدَة بیت کلِّ داءٍ، وَ الحَمِئَة رَاس کلِّ دَواءٍ

„Der Magen ist das Haus für jeden Schmerz und jede Krankheit und die Enthaltsamkeit ist die Grundlage für jede  Heilung.“

In der Vergangenheit haben die Heilkundigen über 70 Krankheiten auf achtlose Ernährungsweisen und Schlemmerei zurückgeführt und den besten Weg zur Verhütung solcher Erkrankungen in dem Verzicht auf Völlerei und insbesondere im Fasten gesehen. Heute  hat die moderne Medizin zudem bewiesen, dass die Fastenordnung  die überflüssigen Körperfette abbaut und schädliches Übergewicht reduziert und damit den Druck auf die Wirbelsäule und Gelenke in den unteren Gliedmaßen senkt und außerdem für eine Regulierung des Herz- und Blutgefäß –  sowie des Verdauungssystems sorgt. Durch das Fasten wird ein Zuviel an Nahrung wieder ausgeglichen.

Das Fasten ist unter anderem deshalb für den Körper gut, weil dieser gezwungen ist auf gespeicherte Nahrung zurückzugreifen. Er wird beim Fasten einer strengen Diät unterworfen und ist zum Selbsterhalt gezwungen, Glucose- und Fettreserven  und Proteine im Körper zu nutzen. Im Hungerzustand greift der Körper die überflüssigen Fettspeicher an und auf diese Weise kommt es zur Gewichtsabnahme – ein wichtiger Nutzen des Fastens.

Beim Fasten werden kranke und abgestorbene Zellen im Körper entsorgt  und an ihre Stelle treten  neue frische Zellen. Deshalb bezeichnen einige Ärzte das Fasten als eine Neugeburt des Körpers und Geheimnis der Jugend. 

Dr. Said Mohammad Musawi, Forscher, Heilpraktiker und leitendes Mitglied der Gesellschaft für iranisch-islamische  Medizin verweist auf die Vorteile des Fastens für die körperliche Gesundheit unter anderem auf die Entschlackung und Entgiftung des Körpers und sagt: „Das einmonatige Fasten einmal im Jahr beseitigt alle Gifte in den Organen und im Magen und macht den Fastenden durch eine Reinigung gesund und munter.“

 Durch die Verbrennung von Giften im Körper entsteht Körperwärme. Ein eventuell auftretendes Schwächegefühl wird beim  Fastenbrechen am Abend wieder durch die Nahrungszufuhr wettgemacht.  Dr. Musawi hebt hervor, dass gemäß der traditionellen Heilkunde die Ablagerungen im Körper die eigentlichen Verursacher für gefährliche Krankheiten sind, weil sie das Blut verschmutzen  und an den Wänden des Verdauungsapparaten und der Blutgefäße haften bleiben. Er sagt: „Das Fasten führt zur Verbrennung aller Verschmutzungen im Körper und ist in Wahrheit ein wichtiger Faktor zur  Verhütung von Krankheiten wie Krebs, Schlaganfall, Parkinson, MS und weiteren Leiden und eine Art Versicherung des Körpers gegen Erkrankungen  bis zum darauffolgenden Jahr.“

Psychologen haben ebenso  die positive Wirkung des Fastens erkannt. Sie sagen dass die psychischen und seelischen Kräfte des Menschen durch die Entbehrungen während des Fastens gestärkt werden. Durch diese  gewinnt der Fastende Selbstvertrauen und eine starke Moral mit Hilfe derer er gegenüber vielen Gefahren für Seele und Körper  und zukünftigen Entbehrungen widerstandsfähig und zu einem willensstarken und gefestigten Menschen wird.

Diese starke Moral hilft ihm bei Stress und Druck von außen, sich richtig zu erhalten. Man sieht es daran, dass im Fastenmonat in den muslimischen Ländern die Kriminalität sehr gering ist.

Die iranische Nierenfachärztin  Dr. Akram Purschams rät den Fastenden nicht nur nach dem Fastentag sondern auch vor Beginn des Fastentages etwas zu essen, also sowohl Iftar als auch Sahari zu sich zu nehmen.  Sie bezeichnet das Fasten als wohltuend bei einer Fettleber und als nützlich für die Gewichtsabnahme.  Sie sagt weiter, wer unter einer Fettleber leidet, für den wird das Ramadan-Fasten  von großem Vorteil sein, vorausgesetzt dass er  keine fettige oder sehr süße Nahrung als  Fastenspeise am Abend und am Morgen zu sich nimmt.  Sie sagt: „Brot, Käse und Küchenkräuter und verschiedene Sorten von Obst sind für diese Fastende die beste Ernährung. Nach dem Iftar kann man einige Stunden später auch ein leichtes Abendessen zu sich nehmen.“

Es ist nicht ratsam eine der beiden Fastenspeisen – das Iftar  nach Abschluss  oder das Sahari vor Beginn des Fastentages auszulassen. Sollte  jemand nach der abendlichen Fastenspeise sich den Magen mit einem üppigen Abendessen vollstopfen, kann er nicht auf eine Entschlackung und Entgiftung des Körpers  und darauf hoffen, dass das Fasten zu seiner Gesundheit beiträgt.

Allerdings ist das Fasten, bei all seinem heilsamen Nutzen für den Körper, bei einigen Krankheiten schädlich und einige müssen, trotz aller Freude an Erfüllung dieser religiösen Pflicht, auf das Fasten im Monat Ramadan verzichten.

Zusammengefasst sei gesagt, dass inzwischen viele Ärzte das Fasten generell als sehr gut für den Körper begutachten  und es viele Nachweise für die erstaunliche positive Wirkung des Fastens  auf die körperliche Gesundheit gibt. In den letzten Jahren hat das Fasten auch unter Nicht-Muslime seine Freunde gefunden.

Wir bitten abschließend Gott, dass er uns allen in diesem erleuchtenden Monat das Gott-Dienen gelingen lässt und das Fasten zu unserer körperlichen Gesundheit und zu unserem spirituellen Weiterkommen beiträgt.

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