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Maybod, Welthandelsstadt für handgewebte Bodenbeläge (Zilu)

Meybod (persisch میبد) liegt im Nordwesten von Yazd, neben der Teheran-Bandar-Abbas-Straße und der Teheran-Kerman-Eisenbahn, am Rande der zentralen Wüste des Iran, auf einer Höhe von 1234 m über dem Meeresspiegel.

Meybod ist im Osten flach und eben und endent westlich in den Ausläufern der südlichen Aqda-Höhen. Die Region der Stadt genießt ein warmes und trockenes Klima.

Die Region Meybod besteht aus einem Teil namens „Markazi“, zwei Städten und zwei ländlichen Bezirken. Meybod ist nach Yazd das zweite städtische und kommerzielle Zentrum und die zweitgrößte Stadt in der Provinz Yazd.

Meybod ist einer der Orte, an denen früheste Hinweise auf Sesshaftigkeit im Iran gefunden wurden, und daher, wegen ihres wertvollen historischen Gebiets, auf der Liste des historischen Erbes des Iran eingetragen. Meybod ist dank seiner Lage und geographischen Situation eine der besonders interessanten Tourismusregionen.

Die Stadt ist sehr reich an Bergwerksressourcen und ihre Wirtschaft durch Industrie geprägt. Zahlreiche Fliesen- und Keramikfabriken haben diese Stadt zum Zentrum der Fliesen- und Keramikindustrie im Iran gemacht.

Der Wohlstand der Töpfer-, Fliesen- und Keramikindustrie ist ein Resultat der hier besonders engen Verbindung zwischen Industrie und Tradition. Das Kunsthandwerk, insbesondere die Teppiche und Keramikprodukte aus Meybod, werden in die anderen Städte von Yazd, in den ganzen Iran und in die ganze Welt exportiert. Das größte Wachtelzuchtzentrum des Landes mit dem zweiten Platz im Nahen Osten befindet sich ebenfalls in Meybod. Landwirtschaft ist in dieser Stadt bereits seit langer Zeit üblich. Die Einwohner dieser Stadt sind Muslime und sprechen Farsi im Yazdi-Dialekt.

Maybod, Welthandelsstadt für handgewebte Bodenbeläge (Zilu) seit 2018

Historisch gesehen war der Iran eines der ersten Länder, das von sesshaften Gemeinschaften bewohnt war, und Maybod ist wahrscheinlich der Ort, an dem sich vor etwa 7000 Jahren erstmals Menschen dauerhaft niederließen. Mit fast hunderttausend Einwohnern ist Maybod die zweite große Stadt der Provinz Yazd, die im Zentrum des Iran, nördlich der Stadt Yazd, liegt. Sie ist benachbart von einer der riesigen Salzwüsten des Iran und hat Wüstenklima. An der alten Rey-Kerman-Straße war die Kulturstadt Maybod der Treffpunkt von Norden, Süden, Osten und Westen des Landes.

Heutzutage wird der künstlerische Ruhm von Maybod nicht nur wegen der historischen Denkmäler vielfach gepriesen, sondern auch wegen des Kunsthandwerks – Töpferei, Keramik und die spezielle Zilu-Weberei, eine Art Bodenbelag aus Baumwolle, auch bekannt als Palas, sind hier beheimatet. Meybod ist daher auch eher mit der Landwirtschaft, als mit der Viehzucht verbunden. Der Produktionsprozess der Zilu-Weberei ist kompliziert, aber die Farben sind umso einfacher, was allerdings die schlichte und reine Schönheit dieser Produkte noch mehrt. Auch besteht die Möglichkeit, die beiden Seiten einer Zilu-Weberei mit zwei völlig unterschiedlichen Mustern zu versehen.

Maybod ist wahrscheinlich der Ursprung der Zilu-Webkunst, mit der die Böden wichtiger Orte, insbesondere von Moscheen, bedeckt wurden. Im Jahr 2018 wurde Maybod wegen seiner Zilu-Webkunst in die WIPO aufgenommen. Es wird geschätzt, dass heute mehr als 500 Zilu-Weberinnen und -Weber in Maybod leben. Diese Stadt hat Ausbildungswerkstätten, Forschungsorganisationen und auch ein Museum über Zilu. Im Museum werden etwa 50 wertvolle Zilous aufbewahrt, der älteste stammt aus dem 15. Jahrhundert.

https://www.visitiran.ir/destination/meybod

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