Samstag , 21 September 2019

„Omid – Hoffnung“ Ausstellung mit Werken der Fotografen Arasch Zandieh und Shirin Abedi in Göttingen

Porträts und Alltagsszenen aus dem Iran zeigt die Ausstellung „Omid – Hoffnung“ von Grafikdesigner und Fotograf Arasch Zandieh und der Fotojournalistin Shirin Abedi. Sie ist am Donnerstag (09.05.2019) im Foyer des Kulturwissenschaftlichen Zentrums in Göttingen eröffnet worden.

Der Göttinger Grafikdesigner und Fotograf Arasch Zandieh und die Hannoveraner Fotojournalistin Shirin Abedi sind beide in Deutschland aufgewachsen. Beide reisten als Erwachsene unabhängig voneinander in den Iran, um die Heimat ihrer Eltern kennenzulernen.

Trotz Armut Gastfreundschaft

Nach einem beinahe tödlich verlaufenen Verkehrsunfall und dem Verlust seines Arbeitsplatzes machte sich Zandieh in den Iran auf. Er habe Terror und religiöse Fanatiker erwartet, aber die Mehrheit der Bevölkerung sei sehr herzlich. Trotz der Armut seien die Menschen gastfreundlich und voller Hoffnung.

Übernachtung in einem Lehmverschlag

„Als ich abends in einem Ort vier Stunden südlich von Teheran eintraf, lud mich eine alte Frau in ihren Lehmverschlag ein“, erinnert sich Zandieh. Sie habe ihn großzügig bewirtet und bei sich übernachten lassen. Die lächelnde Großmutter mit dem geblümten Kopftuch ist in der Ausstellung auf einem der großformatigen Bilder zu sehen.

Auch Straßenkinder hat der Göttinger fotografiert. „Vor allem die Armen, nicht die Machthaber, leiden unter den Sanktionen des Westens“, meint Zandieh.

In der Schule habe sie immer allen den Iran erklären sollen, obwohl sie das Land kaum gekannt habe, erzählt Abedi. Mit 20 Jahren sei sie als Mitarbeiterin einer Nachrichtenagentur für ein Jahr in den Iran gezogen. Die jungen Menschen dort hätten das nicht verstehen können. Sie wollten fast alle in den Westen.

Andererseits zeigt sich die Fotojournalistin von der Unerschrockenheit vieler Menschen beeindruckt. Zumindestens herrsche eine „gewisse Sicherheit“ im Iran. Für Nachbarländer gelte das nicht.

Abedis Bilder zeigen Alltagsszenen. Klein sind die Fotos. Dicht muss der Betrachter herantreten. Da gibt es Kinder zu sehen, die eng umschlungen schlafen, eine Studentin bei der Examensfeier oder eine Hochzeitsszene. „Keines der Bilder ist gestellt“, betont die Fotografin.

Ausstellung mit Werken der Fotografen Arasch Zandieh und Shirin Abedi im Kulturwissenschaftlichen Zentrum Göttingen

Kuratiert hat die Ausstellung der syrische Künstler Ammar Hatem, der mit Unterstützung vom Land für ein Jahr beim Göttinger Kommunikations- und Aktionszentrums (KAZ) tätig ist. Kooperiert hat er an der Uni mit dem Zentrum für Globale Migrationsstudien.

Die Ausstellung ist bis zum 27. Juni montags bis freitags von 8 bis 21 Uhr und sonnabends von 10 bis 18 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Zentrum, Heinrich-Düker-Weg 14, zu sehen.

Quelle: https://www.goettinger-tageblatt.de/Campus/Goettingen/Ausstellung-Omid-im-Kulturwissenschaftlichen-Zentrum