Mittwoch , 5 Oktober 2022
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Ramadan – Monat der Spiritualität

Im Monat Ramadan laden Himmel und Erde die Gläubigen zu dem göttlichen Empfang ein. Auf diesem Bankett werden die Gäste mit himmlischen Gaben bedient. Ihre Herzen sollen mit spiritueller Freude gefüllt werden. Gegrüßt seien die Fastenden in diesem Monat, die sich dank der Kraft des Glaubens innerlich reinigen. Wir grüßen Mohammad und seine Familie und bitten Gott, dass Er uns die Gunst erweist, die Vorzüge dieses Monats kennenzulernen und seine immateriellen Gelegenheiten zu nutzen.

In der Welt, in der wir leben, ist für viele der Genuss das wichtigste. Genuss an Speisen und Getränken, Genuss an Reichtum, Posten, Einfluss, Image usw. Der Haken ist, dass alle diese Genüsse einmal versiegen. Gerade diese Unbeständigkeit  lässt diejenigen, die nur nach diesen Genüssen streben, letztendlich nur noch ein Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit empfinden. Ach wüssten doch alle auf der Welt, dass es einen Genuss gibt, der nicht geschmälert wird und nicht endet! Ein Genuss der uns ganz mit Lebensfreude, Verlangen nach Licht, Glauben und Gott erfüllen wird.

Wir meinen den Genuss des Gott-Dienens. Für jemanden, der Selbst- und Gotterkenntnis und sein Lebensziel kennt, ist kein Genuss so groß wie der Genuss, Gott Dienstbarkeit kundzutun. Natürlich ist dieser Genuss nicht so leicht zu erlangen. Alle Gläubigen verrichten den Fastendienst und das Gebet. Alle sind wir darum bemüht die religiösen Pflichten zu erfüllen und uns von Verbotenem zu enthalten. Aber genießen wir alle dieses Gott-Dienen?  Der Genuss am Gott-Dienen ist ein Lohn, den der Herr nur jemandem beschert, der seine religiösen Handlungen ausschließlich für Ihn vollbringt. Eine der Früchte dieser Wahrhaftigkeit besteht darin, dass der Mensch den Höhepunkt des Gott-Dienens erreicht. Auf diesem Gipfel genießt  er große Freude, wenn er gottesdienstlichen Handlungen vollbringt und sich von Verbotenem fernhält.

Der Begriff „Ichlas“ – Wahrhaftigkeit – bedeutet das Herz freimachen von der Liebe zu jeglichem anderen als Gott. Das Herz freimachen von der Liebe zu Hab und Gut, zu den Kindern, zu  einer Position und Einfluss und und…. Es soll nur noch die Liebe zu Gott im Herzen bleiben und alles sollen wir Gott zuliebe tun. Selbst wenn wir unseren Kindern Liebe erweisen, sollen wir es tun, um Gott zufriedenzustellen. Das Wohlgefallen Gottes soll auch dann unser eigentlichen Ziel sein, wenn wir uns bemühen, ein Eigentum anzuschaffen und für unser Wohl und das unserer Familie zu sorgen. Jemand, dessen Ziel darin besteht, Gott zufriedenzustellen, der jubiliert weder wenn er Macht und Ansehen besitzt  noch jammert er, wenn er in finanzielle Not gerät oder krank wird.  Er ist mit dem zufrieden, was Gott ihm gibt. Dennoch steht dieser Zufriedenheit nicht die Anstrengung um ein besseres Leben und der Erhalt der Gesundheit entgegen.  Und wenn in unserem Herz nur die Liebe zu Gott herrscht, ist selbst dagegen nichts einzuwenden, wenn wir an Einfluss und Vermögen gelangen wollen.  Wir sollen uns sogar geradezu aus Dankbarkeit gegenüber Gott, für alle Gaben die er uns gegeben hat, um diese Dinge bemühen.  Doch das Resultat müssen wir Gott überlassen und mit dem zufrieden sein, was er für uns vorsieht. So sind jene, die Gott wahrhaftig dienen.

Um alle Gläubige den vollen Genuss des Gott-Dienens kosten zu lassen hat Gott den Ramadan eingerichtet, in der die Gottesdienstbarkeit ihren Höhepunkt erreicht

Der Ramadan ist die Frühlingssaison der Gottesdienstbarkeit. Sie gedeiht in diesem Monat und die Gläubigen lernen ihren vollen Genuss kennen. Die Satane liegen in Ketten, damit sie den Nachkommen Adams nicht schaden, während die Tore zur göttlichen Barmherzigkeit weit geöffnet sind, damit den Gläubigen auch für das kleinste rechtschaffene Werk der beste Lohn zuteilwird.  In diesem wertvollen Monat ist Gottes „Thron“ der Erde ganze nahe und die Engel achten eifrig darauf, dass niemand der Gäste Gottes leer ausgeht.

Lasst uns also den beständigsten Genuss der Welt in diesem lichternden Monat kosten. Es ist ein Monat, dessen Augenblicke die schönsten in unserem Leben sein können. Wie schön ist es das Gebet mit einer Zunge zu sprechen, die fastet und sich davor gehütet hat, über andere zu lästern, sie zu verleumden oder sie zu verletzen. Wie schön ist es im Koran mit Augen zu lesen, die sich von dem Unerlaubten abwandten,  und wie wohltuend ist es eine Fastenspeise zu vergeben mit einem Inneren, welches gegenüber dem Hunger, Gott zuliebe, geduldig blieb. Wie erstrebenswert ist es, etwas zu spenden mit einer Hand, die kein Unrecht beging und kein Recht verletzt hat.

Im Laufe eines Jahres und auf unserem langen Weg in Richtung Gott kommen uns laufend egoistische Verlangen und Sünden in die Quere. Es kann vorkommen, dass das Herz vor lauter schlechter Taten düster und seine Läuterung schwierig wird. Aber Ramadan ist ein Wegabschnitt, den wir leicht zurücklegen können und der leicht zu erreichen ist. Gott der Erhabene hat den Weg im Monat Ramadan geebnet. Jemand der Gott zuliebe fastet, legt sein Ego und seine egoistischen Gelüste in Ketten. Sein Gott-Dienen und seine Bittgebete, seine Gott- Ergebenheit und sein Gott-Eingedenk-Sein und die Nächte des Schicksals im Monat Ramadan glätten den Pfad zu Gott.

Der Monat Ramadan  schafft für den Fastenden die Voraussetzungen für Erleuchtung und für den Empfang der göttlichen Gnaden. Mit dem Fasten und dem täglichen Gebet, den Bittgebeten und der Beachtung dessen, was gut ist, und der Enthaltung von dem, was schlecht ist, stellt der Monat Ramadan eine Zeit dar, in der wir uns innerlich wieder aufbauen und uns vor dem inneren Zerfall bewahren können. Diejenigen, die die Gelegenheit Ramadan nutzen und in Gottes Nähe gelangen, gehören zu der Schar der wahren Gläubigen. Wer im Ramadan mit seinem Verhalten Gott zufriedenstellt und seine Beziehung zu Gott und zu den anderen ins rechte Lot bringt, kann in diesem Monat Erleuchtung finden und diese Erleuchtung all die Jahre von einem Ramadan zum anderen wahren. 

Das Leben gleicht zwei Straßen, die parallel zu einander liegen. Die Benutzer der einen Straße kommen immer weiter auf ihr voran und gehen auf die Vervollkommnung und das Paradies zu und die Benutzer der anderen fallen immer mehr zurück in Richtung Hölle und Schmach.  Diejenigen, die auf dem einen Weg auf Satan zugehen, entfernen sich immer mehr vom Paradies  und diejenigen die auf der anderen Bahn auf Gott und das Licht zustreben, entfernen sich immer mehr von Satan.

Diese beiden Bahnen liegen nebeneinander und so ist es einfach von der einen Bahn auf die andere zu wechseln.  Falls wir auf unsere eigensinnigen Verlangen hören und etwas tun, was den Menschen von Gott entfernt, haben wir den Weg des Lichtes verlassen und den Fuss auf den düsteren Weg gesetzt. Und in dem Moment, wo wir uns entschließen, unsere egoistischen Wünsche unter Kontrolle zu bringen und entgegen niedriger innerer Neigungen und entgegen den Willen Satans zu handeln, befinden wir uns auf dem Weg zur Vervollkommnung. Der Monat Ramadan ermöglicht uns diesen Wechsel und macht ihn leicht.

Der Monat Ramadan zeichnet sich unter anderem durch die Herabsendung von großen Himmelsbüchern aus: Das Buch des Propheten Abrahams (F) wurde in der ersten Ramadan-Nacht auf ihn herabgesandt und am 6. Ramadan empfing Prophet Moses auf dem Berg Tur die Thora. Am 13. Ramadan schickte Gott das Evangelium auf Jesus, Sohn der Maria (F) herab und schließlich wurde das Herz des Propheten des Islams in einer der Nächte dieses segensreichen Monats mit dem Koran erleuchtet. Das Lesen im Koran versetzt die Fastenden daher im Monat Ramadan in einen besonderen spirituellen Zustand. Die geistige Vertiefung in seinen Inhalt öffnet eine große Welt des Wissens und Lichtes für den nachdenklichen Menschen. Der Koran enthält die kostbarsten Ratschläge für ein glückliches Leben.

Der iranische Korankommentar Ayatollah Dschawadi Amoli bezeichet das Vertrautwerden mit dem Wissen des Korans und der Lebensweise der Anführer der Religion Gottes als die wichtigste himmlische Gabe an der Gästetafel des Fastenmonats. Er sagt mit Hinweis darauf, dass gemäß dem Propheten der Koran und seine Familie – die Familie des Propheten – unzertrennlich zusammengehören:

Der Koran ist das Haltetau Gottes und in der Überlieferung heißt es dass eine Kante des Korans in der Hand Gottes und die andere in der Hand von euch Menschen liegt. Nehmt ihn und steigt auf.  Es ist kein Seil, das zerreißt wenn 6 oder 7 Milliarden Menschen sich daran festhalten. Es ist ein festes Tau, welches nicht auseinandergeht, wenn Milliarden von Menschen es brauchen.  Es erwidert das Bedürfnis eines jeden. Der Koran ist das Buch fürs Leben. Es ist eine Anleitung seitens Gottes, des Heiligen und Erhabenen, um die Menschen zu veredeln und damit der Mensch die materiellen Angelegenheiten des Lebens regelt und vorantreibt und ihnen gleichzeitig einen religiösen Charakter verleiht, damit er seine Welt aufgrund der Gesetze die seiner Gott gegebenen Natur und dem Willen Gottes entsprechen, formt  und auch das Wohlwollen Gottes im Jenseits erreicht. Der Koran lenkt auf die absolut festen Wege der Rechtleitung. Lest ihn und findet auf höhere Stufen. Verschleudert eure Seele nicht zu einem geringen Preis.“

 

 

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