Samstag , 21 September 2019

Tag der persischen Sprache und Literatur in Iran – Ferdowsi, ein weltbekannter iranischer Dichter

Abu l-Qasim Mansur b. Hasan Firdusi mit dem Beinahmen Ferdowsi ist ein hochverehrter persischer Dichter, der nach der Eroberung des Iran durch Araber eine hervorragende Rolle bei der Erhaltung und Förderung der persischen Sprache spielte.

Ferdowsi stammt aus einem Dorf im Bezirk Tus, Provinz Norden-Khorasan im Nordosten des Iran. Den Quellen zufolge wurde er im Jahr 940 oder 941 in Tus geboren und 1020 in seiner Heimat gestorben.

Sein Geburtstag, der 15. Mai, wird im Iran als „Tag der persischen Sprache und Literatur“ bezeichnet und gefeiert.

Ferdowsi verbrachte den größten Teil seines Lebens in dieser nordöstlichen Metropole. Abgesehen von einer Reise nach Bagdad verbrachte er sein ganzes Leben in Khorasan, wo er viel umherreiste und dabei Material für seine Arbeit sammelte.

Er wurde in einer dehghanischen Familie (lokale adelige Landbesitzer) geboren. Sie waren in der Regel die unabhängigste Klasse in der persischen Gesellschaft, die relativ gut ausgebildet, traditionsorientiert und sie waren Bewahrer der alten Überlieferungen und Rituale.

Das Meisterwerk des Dichters „Schahnahme“ beweist, dass Ferdowsi in einer wohlhabenden Familie geboren wurde und seine Jugend und einen Großteil seines Erwachsenenlebens in relativ großem Wohlstand verbrachte.

Der persische Dichter und große Epiker hat einen großen Teil seines Lebens dem Schreiben dieses Werks gewidmet.

Er schuf mit „Schahname“ das Nationalepos Irans. Es ist mehr als doppelt so lang wie Homers „Ilias“ und „Odyssee“ zusammen.

Ohne Zweifel ist es das bedeutendste epische Werk in persischer Sprache und darf zu den wichtigsten epischen Werken der Weltliteratur gezählt werden.

Bemerkenswert ist auch die sprachliche Bedeutung der Arbeit. Das Schahname ist für die gesamte persische Bevölkerung verständlich. Ferdowsi versucht sehr wenige arabische Wörter zu verwenden, obwohl es sicherlich vertraut mit der arabischen Sprache war.

Zudem hatte sich schon sehr früh ein großes Wissen über die Geschichte und Legenden des alten Iran angeeignet, die er durch seine familiäre Umgebung kennengelernt hatte.

Ferdowsi konzentriert sich in seinem Meisterwerk auf die vorislamische Geschichte im Iran, die Geschichte der Herrscher Iran seit den mythologischen Anfängen bis zum 7. Jahrhundert und die Entstehung der Kultur.

Dieses Buch besteht aus drei Epochen. Der erste Teil beinhaltet das Mythische bzw. Spirituelle, der zweite das Epische und der dritte das Historische.

Für die Schöpfung dieses Werks hat Ferdowsi nach eigenen Angaben 30 Jahre benötigt. Es umfasst mehr als 50.000 Verse.

Friedrich Rückert gilt als der erste, der umfangreiche Teile ins Deutsche übertragen hat.

Der bekannte deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe hat den persischen Dichter inspiriert. Nach Goethe scheint Ferdowsi überhaupt „zu einem Epos über die vorislamischen Könige sich vortrefflich dadurch zu qualifizieren, daß er leidenschaftlich am Alten, echt Nationellen festgehalten und auch in Absicht auf Sprache frühe Reinigkeit und Tüchtigkeit zu erreichen gesucht, wie er denn arabische Worte verbannt und das alte Pehlewi zu beachten bemüht war.“ (Goethe* 1819: 228f.)

Goethe meint, dass „Shahnahme ein wichtiges, ernstes, mythisch-historisches Nationalfundament ist. Es bezieht sich auf frühere und spätere Vergangenheit.“ (Ebd. 229)

http://www.irna.ir/de/News/83315030