Die Reinterpretation des Radīf – Dastgāh-e Shur
10.01.2026 | 19:30 | IBZ Saal
Der Radīf (dt. Reihenfolge, Ordnung) ist das Repertoire der klassischen persischen Musik und wurde 2009 von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Diese Sammlung von Melodien, die in zwölf modulare Systeme – die Dastgāhs und Avâz’ -gegliedert ist, wurde über Jahrtausende hinweg mündlich überliefert.
Elshan Ghasimi (*1981 in Isfahan, Iran) ist nicht nur Virtuosin auf der persischen Langhalslaute Tar und Setar und Meisterin der klassischen persischen Kunstmusik, sondern auch Komponistin, Performance-Künstlerin und Pädagogin. Sie arbeitet in Begegnungsräumen von Tradition und Moderne, West und Ost, Musik und anderen Kunstformen. Sprache, Musik, Körperlichkeit und dramatischer Ausdruck als Teil eines kulturellen Ganzen bilden die Grundlage ihres Schaffens. Ihre musikalische Ausbildung begann im Alter von neun Jahren, später studierte sie am Teheraner Konservatorium für Musik. Mit 17 Jahren wurde sie das jüngste Mitglied des Iranian National Orchestra. Seit 2016 lebt sie in Deutschland, wo sie als Solistin auftritt, komponiert und mit renommierten Ensembles wie Concerto Köln musiziert. Ihr Schaffen verbindet das persische musikalische Erbe mit verschiedenen Musikgenres, darunter zeitgenössische klassische Musik, Jazz, experimentelle Musik und Alte Musik.
Im Herbst 2022 hat Elshan Ghasimi mit dem Dastgāh-e Shur das erste Kapitel ihrer Neuinterpretation des Radīf nach Mirza Abdollah im Bode-Museum in Berlin uraufgeführt. Sie ist damit die erste weibliche Musikerin, die sich der systematischen Erneuerung dieser klassischen Tradition widmet.
Wir freuen uns sehr, Ihnen dieses außergewöhnliche Konzert zum Auftakt des neuen IBZ-Veranstaltungsjahres präsentieren zu dürfen!
Zeit & Ort
10.01.2026 | 19:30
IBZ Saal
IBZ Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft e.V.
Adresse
Wiesbadener Straße 18
14197 Berlin
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