Iran ist weltgrößter Pistazienproduzent

Der globale Pistazienmarkt dehnte sich 2019 leicht auf 10,6 Milliarden USD aus, ein Wachstum von 4% gegenüber dem Vorjahr. Im Allgemeinen zeigte der Konsum widerstandsfähiges Wachstum, angetrieben sowohl durch die Anstiege bei den Preisen als auch bei der Menge des Konsums physisch betrachtet. Das wurde von IndexBox in einem neuen veröffentlichten Bericht mitgeteilt.

2019 wurden weltweit rund 1,5 Millionen Tonnen Pistazien erzeugt, ein Anstieg von 8,1% gegenüber 2018. Die Länder mit den höchsten Mengen an Pistazienproduktion 2019 waren Iran (571.000 Tonnen), die USA (484.000 Tonnen) und die Türkei (267.000 Tonnen), die zusammen für 88% der globalen Produktion verantwortlich waren.

Als Importprodukt werden Pistazien auch weltweit verbreitet konsumiert. Somit waren die Länder mit den höchsten Mengen Pistazienkonsum 2019 Iran (490.000 Tonnen), Türkei (263.000 Tonnen) und USA (255.000 Tonnen) mit einem kombinierten Anteil von 67% an dem globalen Konsum.

Von 2013 bis 2019 gab es die größten Anstiege im Iran, während der Pistazienkonsum für die anderen global Führenden ein Wachstum mit mäßiger Geschwindigkeit erfahren hat. Was den Wert betrifft, waren die größten Pistazienmärkte weltweit Iran (3,7 Milliarden USD), die USA (2 Milliarden USD) und die Türkei (1,6 Milliarden USD) mit einem kombinierten Anteil von 69% (IndexBox-Schätzungen) des globalen Marktes.

Wie andere Nüsse werden Pistazien vor allem als ein Snack konsumiert. Zudem umfasst die Nachfrage nach gesunden verbraucherfreundlichen Lebensmitteln und Snacks für unterwegs wegen ihres einzigartigen Geschmacks, Aromas und der Farbe auch Pistazien. Obendrein werden die Nüsse auch als vegan und sehr gesund von den darauf achtenden Verbrauchern angesehen.

Allerdings wird die Krisenzeit in der globalen Wirtschaft, die durch die Covid-19-Pandemie verursacht wurde, den Pistazienmarkt mittelfristig beschränken. Auch die Schließung des gastronomischen Sektors (HoReCa) begrenzt das Wachstum des Konsums von Pistazien.

Um eine Zusammenfassung der wichtigen Ergebnisse des IndexBox-Berichtes zu lesen, klicken Sie hier: ‚World – Pistachios – Market Analysis, Forecast, Size, Trends and Insights‚.

Quelle: IndexBox AI Platform

https://www.fruchtportal.de/artikel/die-pandemie-untergrbt-das-robuste-wachstum-des-globalen-pistazienmarktes/046031

 

Geschichte

Pistazien gehören zu den ältesten blühenden Kulturpflanzen und sind heimisch im Nahen Osten. Wilde Pistazien (Pistacia atlantica oder Pistacia khinjuk) wurden seit dem Natufien (Epipaläolithikum) gesammelt und unter anderem an der archäologischen Fundstelle Tell Abu Hureyra in Syrien nachgewiesen. Ein gezielter Anbau fand spätestens seit der Antike statt. Pistazien breiteten sich vom Nahen Osten auf das Mittelmeergebiet aus und wurden schnell zu einer geschätzten Delikatesse. Die Legende besagt, dass die Königin von Saba die Pistazien zu einem ausschließlich königlichen Nahrungsmittel ernannte und es dem einfachen Volk verbot, sie für den persönlichen Verzehr anzubauen. Der babylonische König Nabū-kudurrī-uṣur II., bekannt als Nebukadnezar, ließ angeblich Pistazienbäume in den von ihm errichteten Hängenden Gärten pflanzen.

Das Wort „Pistazie“ stammt von persisch پسته, DMG peste (arabisch فستق, DMG fistaq), das auf das mittelpersische pistag zurückgeht, und wurde als πιστακή (und in verschiedenen alternativen Schreibweisen) ins Altgriechische sowie als pistacia ins Lateinische übernommen. Der Naturgeschichte des römischen Schriftstellers Plinius des Älteren zufolge wurde die Pflanze während der Regierungszeit des Kaisers Tiberius durch einen gewissen Vitellius in Italien eingeführt.[2]

Die Pistazie wurde als Färbemittel und Heilmittel für Beschwerden wie Zahnschmerzen bis hin zu Leberzirrhose verwendet. Der hohe Nährwertgehalt und die lange Haltbarkeit haben die Pistazie auch zu einem unverzichtbaren Reisegut unter frühen Forschungsreisenden und Händlern gemacht. Zusammen mit Mandeln wurden Pistazien von Reisenden auf der antiken Seidenstraße zwischen China und dem Westen mitgeführt.

In den 1880er Jahren wurden Pistazien für Einwanderer aus dem Nahen Osten nach Amerika importiert und etwa seitdem dort auch angebaut. Dem Rest der Vereinigten Staaten wurden sie ungefähr 50 Jahre später als Snack vorgestellt.

Das weltweit größte Anbaugebiet liegt im Iran um die Städte Kerman und Rafsandschan im Südosten des Landes. Das zweitgrößte Anbaugebiet liegt in Kalifornien im San Joaquin Valley. Drittgrößter Produzent ist die Türkei. Die berühmtesten türkischen Pistazien kommen aus Gaziantep. Der Anbau in den zentralasiatischen Ländern erfolgt vorwiegend für den Eigenbedarf. In Syrien ist besonders die Region um Aleppo berühmt für ihre Pistazien.
 

 

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