Eine Geschichte vom Lebensbaum bis zu glückverheißenden Knoten
Eine traditionelle Stickereiart namens Chekan-duzi (Tscheken-dusi), die in der Stadt Seh-Qaleh in der Provinz Süd-Chorasan beheimatet ist, erzählt seit mehr als 150 Jahren anhand symbolischer Muster wie dem „Baum des Lebens“ und glückverheißenden Knoten die Geschichte des Lebens, der Glaubensvorstellungen und des Geschmacks der Wüstenbewohner.
Die Wiederbelebung der vergessenen Kunst hat nicht nur das spirituelle Erbe der Provinz bewahrt, sondern auch eine Chance zur wirtschaftlichen Stärkung der Frauen und zur Einführung der Fähigkeiten des süd-chorasanischen Kunsthandwerks geboten.
Laut IRNA wurden im Land bisher rund 300 Kunsthandwerksarten identifiziert, davon 80 in Süd-Chorasan. Kunsthandwerker sind derzeit in 25 Bereichen tätig und stellen die Produkte her. Chekan-duzi, mit seiner einzigartigen Eleganz und Komplexität, ist ein herausragendes und unverwechselbares Symbol der Kunst Ost-Irans.
In der Chekan-Stickerei gestalten Frauen mit farbigen Fäden und feinen Stichen symbolische Muster auf einfachen Stoffen, die den Alltag, die Natur und die kulturellen Traditionen der Region darstellen. Jeder Stich ist ein Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart und erzählt von der Kreativität und dem Können der Frauen aus Süd-Chorasan.
Diese Kunstform besitzt nicht nur visuelle Schönheit, sondern bietet auch ein enormes Potenzial für die Entwicklung des Kunsthandwerks und die Schaffung von Arbeitsplätzen für Frauen.
Dank des unermüdlichen Einsatzes und des persönlichen Interesses der Künstler aus Süd-Chorasan wurde das Chekan-duzi-Feld wiederbelebt, und durch die Rückkehr der Kunst in den Alltag wurde eine Grundlage für die wirtschaftliche Stärkung der Frauen und die Festigung des regionalen Kunsthandwerksmarktes geschaffen.
Zohreh Asadpour, eine Kunsthandwerksexpertin aus der Provinz Süd-Chorasan, sagte, dass Chekan ein türkisches Wort sei, das „zeichnen“ bedeute, und dass bei der Chekan-Stickerei der Künstler mit farbigen Fäden Muster auf die Oberfläche einfacher Stoffe zeichnet.
Sie fügte hinzu: „Diese Kunst wird mit Hilfe einer Nadel und manchmal eines Hakens ausgeführt, wobei feine Stiche auf die Oberfläche des Stoffes gesetzt werden; tatsächlich ist Chekan-duzi eine Art Stickerei oder Stichstickerei, die aufgrund ihrer speziellen Nähtechnik und der Schaffung verschiedener Formen seit der Vergangenheit als ‚Chekan-duzi-Tasche‘ bekannt ist.“
Asadpour stellte klar: „Die Herstellung dieser Taschen hat eine über 150 Jahre alte Tradition, und ihr Hauptmaterial ist ‚Vala‘: eine Art handgefertigter Seidenstoff aus Süd-Chorasan, der durch die Kombination von roten, blauen und violetten Farben hergestellt wurde.“
Laut ihrer Aussage wird Chekan-duzi hauptsächlich zum Nähen von Taschen für verschiedene Zwecke verwendet, darunter Tabakbeutel, Geldbeutel, Seifenbeutel und andere persönliche Gegenstände, und hat einen besonderen Platz im täglichen Leben der Menschen.
Sie erklärte: „Die Kunst der Herstellung von Chekan-duzi-Taschen, die der Stadt Seh Qaleh im Landkreis Sarayan zuzuordnen ist, wurde unter der Nummer 2226 in die Liste des spirituellen Erbes des Landes aufgenommen; eine Maßnahme, die ein wirksamer Schritt zur Erhaltung und Einführung dieser authentischen Kunst sein kann.“
Auch Seyyed Ahmad Barabadi, Leiter der Abteilung für kulturelles Erbe, Tourismus und Kunsthandwerk in Süd-Chorasan, betonte die Bedeutung der Chekan-Stickerei und stellte sie als Symbol der kulturellen Identität und als Handwerkskunst der Frauen der Stadt Seh Qaleh vor.
Laut seinen Angaben ist die Aufnahme der Kunst der Herstellung von Chekan-Stickereitaschen in die Liste des spirituellen Erbes des Landes ein wichtiger Schritt, um diese authentische Kunst zu bewahren und zukünftigen Generationen näherzubringen.
Barabadi fuhr fort: „Die Wiederbelebung dieser Kunstform trägt nicht nur zur Bewahrung von Traditionen bei, sondern fördert auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten und die Beschäftigung von Frauen. Mit der nationalen Registrierung haben wir versucht, den Weg für die rechtliche und bildungsbezogene Unterstützung von Künstlerinnen zu ebnen.“
Er präzisierte: „Die Durchführung von Ausstellungen, die Förderung der Präsenz von Künstlerinnen auf dem heimischen Markt und die Knüpfung von Verbindungen zu Kultur- und Tourismuszentren gehören zu unseren Plänen, Chekan-duzi einem breiteren Publikum vorzustellen. Ziel ist es, die Authentizität der Kunst zu bewahren und gleichzeitig wirtschaftliche Möglichkeiten für Frauen zu schaffen.“
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