Dienstag , 18 Januar 2022
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Arafat-Ebene zur Zeit des Haddsch (Quelle: Wikipedia)

Arafa-Tag

Arafat (arabisch عرفات) ist eine Ebene rund 20 km südöstlich von Mekka, in der das zentrale Ritual der islamischen Haddsch-Wallfahrt stattfindet. Der Tag, der für dieses Ritual vorgesehen ist, der 9. Dhu l-hiddscha, wird auch Arafa-Tag (روز عرفه) genannt. Ohne die Teilnahme an der Verweilzeremonie (wuqūf) in Arafat hat der Haddsch keine Gültigkeit.

 

Die Ebene von Arafat hat eine Fläche von ungefähr 6,5 km in ost-westlicher Richtung und 11 bis 13 km in nord-südlicher Richtung. Am nordöstlichen Rand liegt der 61 m hohe Dschabal ar-Rahma („Berg der Barmherzigkeit“). Er wird auch Arafat-Berg genannt. Um vor der Sonne Schutz zu geben, werden für den Arafa-Tag Zelte aufgeschlagen. Während dieses Tages befinden sich alle Pilger in dieser Ebene.

 

Am Vormittag des 9. Dhū l-Hiddscha begeben sich die Pilger in ihrer Ihram-Kleidung in die ʿArafāt-Ebene und versammeln sich dort. Sobald die Sonne ihren höchsten Punkt überschritten hat, beginnt das zentrale Ereignis des Haddsch. Die Pilger verrichten das Mittags- und das Nachmittagsgebet zusammen und verweilen dann dort bis zum Sonnenuntergang. Diese Verweilzeremonie wird Wuqūf, im Sinne von „Stehen vor Gott“ genannt. Der Raum, in dem der Wuqūf ritualrechtlich zulässig ist, ist durch Grenzmale gekennzeichnet.

 

Am Anfang des Wuqūf, dieses ritualen Verweilens, hält ein bekannter islamischer Gelehrter eine zweiteilige Chutba und gedenkt dabei der Abschiedspredigt des Propheten, die er kurz vor seinem Tod an dieser Stelle hielt. Die Pilger rezitieren während dieser Zeremonie Koranverse, sprechen Segenswünsche über den Propheten und sprechen Bittgebete und die Talbiya. Kurz nach Sonnenuntergang beginnt die sogenannte Ifāda, das „Ausströmen“. Hierbei eilen die Pilger aus der Ebene in Richtung des Tales Muzdalifa, das auf halber Strecke zwischen ʿArafāt und Mekka liegt. In Muzdalifa beenden die Pilger die Ifāda und verrichten zum Abschluss des Tages Abend- und Nachtgebet zusammen. Das Zusammenziehen von jeweils zwei Gebeten am Mittag und nach Sonnenuntergang ist eine Besonderheit des Arafa-Tages. Auf die Ifāda und das anschließende Gebet in Muzdalifa bezieht sich die folgende Passage in Sure 2:198: „Wenn ihr die Ifāda von Arafشt aus vollzogen habt, dann gedenket Gottes bei der Heiligen Kultstätte!“

 

Einige Muslime fasten auch am Arafa-Tag. Umstritten ist, ob dieses Fasten als Sunna vorgeschrieben, oder als eine freiwillige Handlung zu betrachten ist; denn im Koran liegt dazu keine entsprechende Anweisung vor.

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