Der Halsbandfrankolin – Dorradsch-e Sia  

Zu den einheimischen Vögeln im Iran gehört der Halsbandfrankolin (persisch: دراج سیاه). Dieser Vogel steht heute auf der Roten Liste der IUCN -Weltnaturschutzunion. Trotz der Maßnahmen der iranischen Umweltschutzbehörde und des Jagdverbotes gilt der Dorradsch-e Sia, wie er hierzulande genannt wird, zu den gefährdeten Tierarten. Wir wollen heute mehr über diesen schönen Vogel berichten.

Der Dorradsch-e Sia – Black Francolin auf Englisch und francolinus in der Fachsprache –  wird im Deutschen Halsbandfrankolin genannt. Dieser Vogel wird unter den Hühnervögeln der Familie der Fasanartigen zugeordnet. Sein Körper ähnelt dem des Rebhuhnes. Das  Gefieder ist vornehmlich dunkel und weiß gepunkt oder gebändert. Das Männchen unterscheidet sich durch sein Gefieder vom Weibchen: Der Kopf, die Brust und der Bauch sind schwarz mit weißen Punkten an den Seiten. Um den Hals hat das Männchen einen kastanienbraunen Nackenring und unter dem Auge einen ausgeprägten  weißen Flecken. Die Flügel  sind braun und goldbraun gebändert.  Die Federn am Unterleib und unter dem Schwanz sind  kastanienfarben wie der Nackenring. Die dunklen Schwanzfedern sind  mit dicht beieinander liegenden  schmalen Bändern durchsetzt.  Die Füße sind bräunlich-orangen.  Im Gegensatz zum Männchen  ist das Weibchen  insgesamt braunfarben mit gelblich weißen Punkten. Die Farbe des Kopfes ist heller, mit einem schmalen schwarzen Augenstreif, die Kehle ist weiß. Beim Weibchen befindet sich  am Nacken ein kastanienbrauner Fleck.  Der Federschwanz ist ebenso mit schmalen weißen Streifen dicht gebändert, jedoch ist die Grundfarbe nicht Schwarz wie beim Männchen sondern Braun. Unter den Schwanzfedern ist das Gefieder  hellbraun.

Die Körperlänge der Halsbandfrankoline beträgt durchschnittlich 31 cm  und sie wiegen im Durchschnitt 450 g. 

Frankoline sind scheu und verbergen sich gerne vor fremden Blicken.  Als Lebensort ziehen sie  Wiesen mit wenig Bäumen, die in der Nähe von  Wasserquellen liegen, vor. Sie ernähren sich von Getreidekörnern, traubenartigen Früchten, Insekten, Würmern und Ähnlichem. Diese Vögel leben hauptsächlich am Boden – sie sind bodenständig. Solange ihnen keine Gefahr droht, fliegen sie nicht.  Meistens werden sie als Paare gesichtet. Wegen seinem besonderen Gesang und dem vielfarbigen Gefieder wird der männliche Frankolin schneller erkannt.  Er singt häufig – meist am frühen Morgen und gegen Sonnenuntergang. Zum Singen setzt er sich auf einen Erdhügel oder einen größeren Stein. 

Als Brutstelle suchen sich die Frankoline einen Platz im Gebüsch oder auf Weizenfeldern aus. Im ersten Jahr der Fortpflanzung legen sie zwei bis fünf Eier, aber in den folgenden Phasen nimmt die Zahl der Eier, die dieser Vogel legt, zu und kann bis zu 20 betragen.  Man muss wissen, dass der Vogel seine Eier nicht weiter ausbrütet, wenn jemand sie berührt oder einige davon aus dem Nest nimmt.  Das Weibchen verlässt dann das Nest und sucht sich einen neuen Nistplatz. 

Im  Iran lebt der Halsbandfrankolin in warmen und ariden Regionen, zum Beispiel in der Provinz Khuzistan im Süden des Landes. Aber auch das Naturschutzgebiet Miankaleh ist besonders gut als Lebensraum geeignet. Auf dieser Halbinsel im südöstlichen Winkel des Kaspischen Meeres gibt es viele hohe Wiesen und  teilweise sehr dichtes Gebüsch. Darum haben diese Vögel  auch dort als Nistplatz gewählt.  Die Population des Halsbandfrankolins  im Iran war einmal  groß, besonders im Süden Irans. Aber inzwischen ist ihre Zahl erheblich zurückgegangen. Die uneingeschränkte Jagd auf diesen Vogel, dessen Fleisch religionsrechtlich verzehrt werden darf, hat in vielen Gebieten ernsthaft seine Existenz in Gefahr gebracht.  Normalerweise hält sich dieser Vogel verborgen, doch zur Erleichterung der Verdauung benötigt er Kieselsteinchen, die er sich auf Feldwegen holt. Dabei gerät er dann schnell ins Visier und in Reichweite von Jägern, die mit ihrem Fahrzeug auf der Suche nach Frankolinen zwischen den Feldern auf und ab fahren.

Eine weitere Ursache für die Gefährdung dieses schönen Vogels besteht darin, dass die Bauern die Nester zerstören oder die Eier verlegen, die Küken vertreiben oder töten. Auch die Verwandlung von Gebüsch-Zonen oder Brachland in landwirtschaftliche Anbauflächen bildet eine Gefahr. Wenn die Halsbandfrankoline deshalb Weizen- und Gerstenfelder als nächsten Nistplatz wählen, dann sind sie erneut gefährdet, weil nämlich die Erntezeit  genau mit der Zeit zusammenfällt, wo die Küken noch im Nest sind. Viele Nester mit Eiern des Vogels  werden beim Abernten von  Weizen- und Gerste von den Erntemaschinen zerstört, und falls sie heil bleiben, verlässt der Vogel das Revier. 

Die Islamische Republik iran hat den Dorradsch-e Sia – den Halsbandfrankolin – unter Naturschutz gestellt. Die Jagd auf diesen  Vogel wurde verboten und wird bestraft. Gemäß dem Beschluss des Oberen Umweltschutzrates muss jemand, der gegen das Jagdverbot verstößt, nicht nur ein Geldbuße zahlen, sondern ihm wird auch für eine Zeit lang die Jagdlizenz entzogen.  Leider gibt es aber immer noch Leute, die heimlich Jagd auf diesen schönen Vogel machen und diese Vogelart gefährden.  

 

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