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Taq-e Bostan

Felsreliefs des Sassanidenreich

Zu den bemerkenswertesten Leistungen sassanidischer Kunst gehören vor allem eine Reihe von monumentalen, etwa über 30 königliche Felsreliefs. Sie sind bis auf eine Ausnahme alle in der Provinz Fars zu finden.

Es handelt sich um die Gegend, aus dem das Herrschergeschlecht der Sassaniden kam. Die Reliefs stammen mit wenigen Ausnahmen von Herrschern des 3. und vom Anfang des 4. Jahrhunderts.

Sie feiern bestimmte bedeutende Regierungsereignisse. Die meisten sind unbeschriftet. Die Zuschreibung an einen Herrscher erfolgt in der Regel über die Kronenformen. Felsreliefs haben in Persien eine lange Tradition, die nun ihren Höhepunkt erreichen sollte.

Ein Relief in Naqsch-e Rostam ist unterhalb der achämenidischen Königsgräber angebracht und ist deshalb wohl als Referenz an diese und auch als Regierungsprogramm, das an die alten Zeiten anschließen sollte, zu verstehen. Ardaschir I. ist dargestellt, wie er von dem Gott Ahuramazda den Ring der Herrschaft entgegennimmt.

Der Gott und der Herrscher sind streng im Profil dargestellt. Beide sind sie so gut wie gleich groß wiedergegeben, was eine Ebenbürtigkeit andeuten soll. Das Relief ist sehr kräftig modelliert, ist aber eher zurückhaltend in der Darstellung von Details. Hier ist eventuell hellenistischer Einfluss zu spüren.

Andere Reliefs, wie die von Taq-e Bostan, sind in einem in den Fels gehauenen Ivan angebracht. An der Rückwand von diesem finden sich fast vollplastische Figuren. Chosrau II. ist auf einem Pferd in einem schweren Panzer dargestellt.

Die Szenen an den Seiten dieses Ivans zeigen eine königliche Jagd. Die Figur des Herrschers ist in Vorderansicht wiedergegeben, sein Gesicht dagegen in Dreiviertelansicht.

Seine Figur ist übergroß und dominiert die ganze Szene, andere Figuren sind dagegen vergleichsweise klein dargestellt. Die Komposition erweckt mit der Darstellung von Landschaft und vielen Details wie dem Hof des Königs, einen eher malerischen Eindruck und war einst sicherlich auch bemalt.

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