Dienstag , 7 April 2020

Autorengespräch mit Dr. Gabriele Dold-Ghadar über „die Schia im Iran und Libanon“

Am 31. Januar begrüßten wir Frau Dr. Gabriele Dold-Ghadar im Iran-Haus und hörten eine interessante Buchbesprechung über die Schia im Iran und Libanon. Das Interesse an dem Thema war groß und die Veranstaltung war dementsprechend gut besucht.

Die Autorin unter­sucht die histo­ri­sche, poli­ti­sche, sozio­kul­tu­relle und reli­giöse Ausgangs­si­tua­tion, die Genese und Entwick­lung der Schia im Iran und Libanon sowie Ereig­nisse, Tradi­tionen und Persön­lich­keiten, die, insbe­son­dere unter dem Aspekt des Gelehr­ten­aus­tau­sches, als Binde­g­lieder zwischen beiden Ländern gelten können.

Bereits in voris­la­mi­scher Zeit beste­hende Kontakte zwischen dem vormals zoroas­trisch geprägten Iran und der byzan­ti­ni­schen Levante werden beleuchtet, ebenso der beson­ders im 16. Jahr­hun­dert und bis in unsere Tage anhal­tende Austausch von kultu­rellem und poli­ti­schem Gedan­kengut sowie die gegen­sei­tige poli­ti­sche, reli­giöse und intel­lek­tu­elle »Entwick­lungs­hilfe«.
Der Streit um die ethni­sche Zuord­nung der Schia wird seiner Grund­lage beraubt: Ohne isla­mi­sche Geschichte mit ihrem Ursprung auf der Arabi­schen Halb­insel kein Schisma, das sich aus den Nach­fol­ge­st­rei­tig­keiten nach dem Tod des Propheten formierte und sich von dort als oppo­si­tio­nelle Bewe­gung in den Irak, ans Mittel­meer und in den Iran fortpflanzte, wo sie sich in einer langen und turbu­lenten Entwick­lung zu der Schia entwi­ckelte, die sie heute ist.

Dr. Gabriele Dold-Ghadar beim Autorengespräch in Berlin

Frau Dold-Ghadar stand nach Ihrem Vortrag für Fragen zur Verfügung und eine bewegende und interessante Frage-Antwort-Runde nahm ihren Lauf.

Ein weiteres Buch von Frau Dr. Dold-Ghadar Pers–Andalus – Iranische Kulturdenkmäler in „al-Andalus al-aqṣā“ wird in den nächsten Monaten in einer persischen Übersetzung erscheinen.

Bei diesem Buch widmet sich Dold-Ghadars Arbeit mit großer Hingabe diesem bislang nur am Rande wahr­ge­nom­menen Phänomen. Mit profunder Sach­kenntnis spürt sie verschüt­teten oder wieder­auf­ge­fun­denen Quellen nach und fördert manch Verblüf­fendes zu Tage. In den Berei­chen Kultur- und Kunst­ge­schichte, Lingu­istik, Wirt­schaft und Handel sowie Mili­tär­ge­schichte findet sie so viele Hinweise auf irani­sche Prove­nienz, dass wohl Teile der Geschichte von al-Andalus neu gelesen werden müssen.

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