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Der „Nagelkünstler“ und die Poesie

Günther Uecker kehrt mit seiner Hommage an Hafis nach Weimar zurück

Weimar. Nach seinen vielbeachteten Ausstellungen im Neuen Museum wie „Redepflicht und Schweigefluss“2008 und „Bühnenskulpturen und optische Partituren“ im Jahr 2001 ist Günther Uecker, eine der renommiertesten Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart, zur Interkulturellen Woche mit seiner „Huldigung an Hafis“ in Weimar zu Gast: „Uecker – Hafis – Goethe“ ist die bemerkenswerte Präsentation in der Kunsthalle „Harry Graf Kessler“ am Goetheplatz 9b überschrieben, die am Freitag im Goethenationalmuseum festlich eröffnet wurde.

Gleich nach Abschluss ihrer Präsentation im Goethemuseum Düsseldorf kam Ueckers Zyklus von 42 Druckgrafiken nach Weimar. Der 92-jährige Künstler ließ es sich nicht nehmen, den Ausstellungsaufbau mit Kurator Afshin Derambakhsh persönlich zu leiten. Der „Nagelkünstler“ und zarte Lyrik? Jede(r) mag sich selbst davon überzeugen, wie sensibel Uecker sich Hafis’ Dichtung nähert. „Durch das Feuer der Worte kann man spüren,/ des Herzens Flammenglut“: Das Plakat zur Ausstellung nimmt bereits eines der von Uecker sorgsam kolorierten Werke auf.

Wenn Günther Uecker sagt: „Sobald ich lese, muss ich auch malen“ und Goethe erklärt: „Ich musste mich dagegen produktiv verhalten, weil ich sonst vor der mächtigen Erscheinung nicht hätte bestehen können“, so beziehen sich beide auf Hafis’ Werk. Beide konnten sich der schöpferischen Energie des persischen Dichters nicht entziehen. Die Ausstellung zeigt Ueckers „Huldigung“ und Goethes „West-östlichen Divan“, aber auch die Gedichtsammlung von Hafis, die beide inspirierte. Die Schau schlägt zur Interkulturellen Woche eine Brücke zwischen den Jahrhunderten und führt den Blick vom Orient zum Okzident. Ergänzt wird die Präsentation der in ihrer Leuchtkraft und intensiven Ausstrahlung bemerkenswerten Druckgrafiken um einige der berühmten Nagelobjekte Ueckers und um eine Skulptur aus beschriebenen Papierrollen, die im Zusammenhang mit einer Reise von Günther Uecker nach Laos entstanden ist.

Bis 7. November, Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr geöffnet

https://www.pressreader.com/germany/thuringer-allgemeine-weimar/20210925/281964610867351

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