Montag , 6 Februar 2023
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Warum Europa Soleimani zum Dank verpflichtet ist?

Welche Bedeutung hat Soleimanis Einsatz bei der Zerschlagung des IS für Europa?

Dr. Markus Fiedler | Man kann durchaus die Frage aufwerfen, was passiert wäre, wenn nicht ein Mann wie Soleimani mit seinen immensen strategischen und taktischen Fähigkeiten maßgeblich mit dazu beigetragen hätte, den IS und andere Al-Qaida-Nahe Terrorbanden im Irak und in Syrien zu zerschlagen.

Der Krieg wäre sicher vom IS im Irak aus in andere Länder – wie Jordanien, in die Golfstaaten oder in den Libanon – getragen worden. Durch die Verfolgung der dortigen Christen, Schiiten und Alawiten und die Kriegsschäden überhaupt wären neue Flüchtlingswellen nach Europa entstanden. Eine Machtübernahme dieser Gruppen in unmittelbarer Nähe zu Europa hätte unweigerlich zu einer weiteren Steigerung des Terrors in Europa geführt. Die neuen Machthaber in Bagdad oder/und Damaskus hätten dabei auch unzählige „Schläfer“ nach Europa schleusen können. Darauf hatte bereits Peter Scholl-Latour immer wieder hingewiesen. Die heute offenbar weitgehend vergessene Terrorserie von 2015 in Paris wäre dann nur ein kleiner Vorgeschmack auf das gewesen, was dann gekommen wäre.

Ein explodierender Ölpreis – bei Machtübernahme des IS in Bagdad und Ausweitung des Konfliktes auf die Golfstaaten – hätte die europäischen Volkswirtschaften zusätzlich hart getroffen. Aus Syrien wäre möglicherweise ein zweites Libyen geworden, die unterschiedlichen dschihadistischen Gruppen hätten sich wohl nach einer Machtübernahme früher oder später bekämpft, bis der IS auch dieses Land unter seine Kontrolle gebracht hätte. In Syrien hatte man in der Realität keine Wahl zwischen Assad und „moderaten Rebellen“, wobei übrigens auch Letzteren längst Kriegsverbrechen nachgewiesen wurden.[1] Diese „Moderaten“ spielten nie eine bedeutende Rolle, vielmehr war Beobachtern stets klar, dass bei einem Sturz Assads die „dschihadistischen“ Terrorbanden die Oberhand gewinnen würden. Der „Regime Change“ in Syrien war für die USA offenbar von größerer Bedeutung – Assad sollte verschwinden, weil er als ein Verbündeter Irans und Russlands gilt und die Landverbindung zur Hizbullah im Libanon aufrechterhielt. Um dies zu erreichen, bediente man sich eines „Monsters“, das nur Dank der Hilfe Soleimanis besiegt werden konnte. Die Folgen bei einer Machtübernahme der Terrormiliz in Syrien – und erst recht in Syrien und im Irak – wären für Europa jedenfalls verheerend gewesen.

[1] So beklagt die syrisch-orthodoxe Kirche „ethnische Säuberungen gegen Christen“ in Homs: Nach dem ASIEN/SYRIEN – Beobachter beklagen Menschenrechtsverstöße der Opposition in Homs während Jesuiten humanitäre Hilfe leisten.  Fides Agenzia, 21. März 2012, archiviert vom Original am 16. September 2018; abgerufen am 7. April 2012. Die FSA ist auch  in den Organhandel  verwickelt: Hans Springstein: Wie im Kosovo so in Syrien? In: der Freitag, 7. Mai 2013.

 

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