Samstag , 16 Oktober 2021
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Iranische Arzneipflanze Mur Chosch (Zhumeria Majdae)

In der südiranischen Provinz Hormozgan wachsen mehr als 850 Pflanzenarten, verteilt auf ein Gebiet von 250 Tausend Hektar. Der natürliche Lebensraum dieser Pflanzen sind  Mangrovenwälder, Sanddünen, Berghänge, Flussufer und Quellen, feuchte Gegenden ebenso wie Salzböden.

Von diesen Pflanzenarten dienen 292 medizinischen Zwecken. 83 Pflanzenarten in der Provinz Hormozgan sind gefährdet, d.h. auf der Roten Liste  stehen 11 gefährdete,  71 weniger gefährdete  Pflanzenarten (VU bzw. LR)  sowie eine Pflanzenart, die vom Aussterben bedroht ist   (EN). Diese vom Aussterben bedrohte Pflanze ist die Heilpflanze Mur Chosch.  Sie wächst im Zentrum der Provinz Hormozgan in höher gelegenen Gegenden  an den Berghängen in Umgebung  des Tang-e Zagh Tunnels und des Genu-Bergs und  in der Gegend von Qutbabad  im Süden der Provinz Fars circa 100 Kilometer nördlich von der Hafenstadt Bandar Abbas dem Zentrum der Provinz Hormozgan. Es gibt diese Pflanze nur im Iran.

Die Arzneipflanze Mur Chosch (Zhumeria majdae)

Die Heilpflanze Mur Chosch trägt die botanische Bezeichnung Zhumeria majdae und wurde nach ihrer norwegischen Entdeckerin  benannt. Zhumer Majdae  entdeckte diese Pflanze 1966 im Südiran und führte sie als neue Pflanzenart in die Botanik ein. In der Sprache der Einheimischen  wird die Pflanze wegen ihres angenehmen Duftes und ihrer Heilkräfte Mur Chosch genannt.  Mur Chosch findet bei der Herstellung von Parfüms Verwendung.

Mur Chosch ist eine einjährige dichte Strauchpflanze. Sie gehört zu den Lippenblütlern. Die Blätter sind ellipsenförmig,gewellt und behaart.  Die Farbe der Pflanze ist weiß- bis graugrün und ihre Blüten sind violett oder blau-violett. Mur Chosch oder Zhumeria majdae erreicht eine Höhe von einem halben Meter und gedeiht auf Höhen von 520 bis 1450 m über dem Meerespiegel an sehr steilen Felswänden und im Gebirge.  Mur Chosch blüht Ende des Frühlings.  Verwendbar sind nur die Blätter. Man hat bisher 30 verschiedene Verbindungen in dem Extrakt  der Blätter festgestellt.  Die Einheimischen verwenden die Blätter dieser Pflanzen wegen ihres prächtigen Aromas.       

Für das Ökosystem hat Mur Chosch großen Nutzen, zum Beispiel wegen Erzeugung von Feuchtigkeit und Umwandlung von Kohlenstoff in Sauerstoff ist sie vorteilhaft für die Luftverhältnisse und sie trägt durch Stabilisierung von giftigen Gasen und Suspensionen zu einem Ausgleich in den klimatischen Bedingungen bei. Auf diese Weise verbessert sie die Umweltsbedingungen für die  anderen Lebewesen . Die Blüten der Mur Chosch sind ein Favorit der Honigbienen und alle  Abschnitte der Pflanze, die über der Erde stehen, werden gerne von weidendem Vieh und wilden pflanzenfressenden Tieren verzehrt.

Mur Chosch fand in der traditionellen südiranischen Heilkunde weitreichend Anwendung. Die Bevölkerung in den Provinzen Hormozgan und im Süden der Provinz Fars verwendeten die Blätter in pulverisierter Form, als Teeaufguss oder im frischen Zustand . Die Einheimischen behandelten einige Leiden mit den Blättern der Pflanze. Sie sammelten sie und ließen sie im Schatten trocknen. Die getrockneten Blätter wurden für Heilzwecke aufgehoben. Bei Bedarf wurden sie  zum Beispiel  für die Behandlung von  Durchfall, bei Blähungen und Magenschmerzen in pulverisierter Form  in Wasser aufgelöst und dem Kranken als Heiltrunk gereicht.

Die Bevölkerung in Südiran nutzte Mur Chosch auch bei Erkältungen. Man machte einen Aufguss mit der Pflanze . Für die Behandlung von Wunden wurden die frischen Blätter von Mur Chosch zerdrückt und auf die Wunde aufgelegt.  Wissenschaftliche Studien zeigen dass diese Pflanze tatsächlich eine antibakterielle und entzündungshemmenden Wirkung hat.   Die wichtigste und anteilmäßig am  meisten enthaltene Verbindung in dem Extrakt der Pflanze ist Linalool. Linalool wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend . Daher kann diese Pflanze sogar auf industrieller Ebene für verschiedene Arzneien verwendet werden.  Gemäß Laboruntersuchungen wirkt sich Mur Chosch auch hemmend auf Morphinsucht aus. 

Da im Iran viele Arzneipflanzen  wie Mur Chosch in freier Wildnis wachsen, sind einige von ihnen wegen unkontrollierter Nutzung vom Aussterben bedroht.  Die iranische Behörde für den Handelsausbau hat deshalb als Schutzmaßnahme im Jahre 2017 die Ausfuhr von 33 Heilpflanzen untersagt. Eine von ihnen ist Zhumeria majdae – Mur Chosch.  Wegen der Bedeutung dieser seltenen Pflanze für die moderne und traditionelle Medizin ist deren Vermehrung von großer Bedeutung und daher hat man die Bildung eines Saat- und Sprösslingtresors  in Angriff genommen, um ihr Aussterben zu verhindern. Neben diesem wichtigen Schritt werden die Unterstützung von Forschungsprojekten, die Förderung des landwirtschaftlichen Anbaus von Heilpflanzen und geeignete Schutzmaßnahmen zur Wahrung dieser Pflanze ins Auge gefasst.

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