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Mehrdad Saeedi: Auf den Spuren des Persischen in der englischen und deutschen Gegenwartssprache:

Eine schulsprachenpolitisch motivierte Selektion von Lehnwörtern aus einer orientalischen Herkunftssprache

Mehrdad Saeedi

  1. Einleitung

In diesem Beitrag handelt es sich darum, den lexikalischen Einfluss des Persischen als eine orientalische, aber indoeuropäische Gebersprache auf zwei fern verwandte, westliche Nehmersprachen anhand einer Selektion von Lehrwörtern aufzuzeigen. Die Nehmersprachen sind hier einmal das Englische als die globale Verkehrssprache von heute und das Deutsche als die meist gesprochene Sprache der EU. Bei allen drei Sprachen handelt es sich unabhängig von der Sprecherzahl um historisch und aktuell bedeutende Wissenschaftssprachen mit je einer alten literarischen Tradition: Englisch ist zweifellos die konkurrenzlose Sprache der Wissenschaft und Technologie seit Ausbruch der digitalen Ära, Deutsch gehört nach wie vor zu den führenden Wissenschaftssprachen und schließlich auch in der persischen Sprache werden zunehmend wissenschaftliche Texte von iranischen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, sodass Iran als Kernland des persischen Sprachraums (zusammen mit Afghanistan, Tadschikistan und Usbekistan) inzwischen zu den Top-20 Ländern der Welt mit den meisten wissenschaftlichen Publikationen gehört[1].

Mit Englisch und Deutsch als Ausgangssprachen sind keine spezifischen nationalen Varietäten dieser Sprachen etwa das amerikanische oder britische Englisch bzw. das deutschländische, österreichische oder schweizerische Deutsch gemeint, sondern die englische und deutsche Einzel- oder Gemeinsprache, auch genannt das internationale Englisch bzw. das Gemeindeutsche. Und mit persischem Einfluss sind ausschließlich die lexikalischen Elemente in den beiden o. g. Einzelsprachen gemeint, die eindeutig persischen Ursprungs sind, also nicht als gemeinsames indoeuropäisches Erbgut gelten, und in der Regel zuerst über orientalische Vermittlersprachen wie Hindustani — früherer Name der modernen Sprachen Hindi und Urdu —, Türkisch oder Arabisch und dann europäische Sprachen entlehnt wurden.

Der Kern dieses Beitrags ist eine exemplarische Auswahl persischer Lehnwörter, die der Autor dieser Zeilen getroffen hat. Seine Auswahl stützt sich hauptsächlich auf ein pragmatisches Kriterium, nämlich das der Häufigkeit und alltäglich-standardgemäßen Sprachverwendbarkeit. Die ausgewählten Lehnwörter sind nicht auf irgendwelche lexikalischen Themenbereiche des englischen und deutschen Wortschatzes wie Philosophie oder Religion beschränkt. Die Auswahl enthält zudem keine fachsprachlichen Termini, vielmehr widerspiegelt sie den grundständigen und erweiterten Wortschatz der Alltags- und Standardsprache für eine elementare, selbstständige und kompetente Sprachverwendung in Anlehnung an den Kernwortschatz des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER).

Weiter zum vollständigen Artikel: http://spektrum.irankultur.com/wp-content/uploads/2024/04/Auf-den-Spuren-des-Persischen-in-der-englischen-und-deutschen.pdf

Quelle. www.spektrumiran.com 


Mehrdad Saeedi ist Linguist und Kulturforscher mit Schwerpunkt auf dem persischen Sprachraum in West- und Zentralasien, zur Zeit unabhängiger Postdoc in Kultur- und Sprachenpolitik in Deutschland und Iran, E-mail: mehrdad.saeedi@outlook.de.

[1]. Für eine umfassenden Darstellung und Analyse des wissenschaftlich-technologischen Entwicklungsstandes Irans s. Soofi & Goodarzi (2017).

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