Dienstag , 30 November 2021
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"Goethe - Hafis- Denkmal" in Weimar. Erstellt von Fabian Rabsch und Ernst Thevis. 2000

Goethe und Hafis

Hafis (persisch „حافظ“) wurde um 1320 in Shiraz (die heutige Hauptstadt der Provinz Fars, im Süd-Westen von Persien) geboren und starb dort vermutlich im Alter von 69 Jahren. Er gilt noch heute als einer der bedeutensten persischen Dichter und Mystiker.

Mit 65 Jahren entdeckte Goethe den persischen Dichter Hafis. Er las dessen erst kurz zuvor ins Deutsche übersetzen „Diwan“ und war tief beeindruckt. Über zeitliche, geographische, religiöse und kulturelle Grenzen hinweg empfand er eine innige Geistesverwandtschaft mit dem persischen Poeten des 14. Jahrhunderts und ließ sich durch ihn zu seiner umfangreichen Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“ inspirieren.

Goethe Hafis Denkmal

Stellvertretend für Hafis und Goethe stehen sich heute auf dem Beethovenplatz, am Rande des Ilmparks und am Rande der Altstadt in Weimar, zwei steinerne Stühle gegenüber – ein Denkmal, das Kommunikation zwischen Kulturen, kulturelle Toleranz und Völkerverständigung symbolisieren soll. Es wurde von der UNESCO gestiftet und anlässlich des Internationalen Jahres des Dialogs der Kulturen im Jahr 2000 vom damaligen Staatspräsidenten der Republik Iran Mohammed Chatami und dem damaligen deutschen Bundespräsidenten Johannes Rau eingeweiht. Gestaltet wurde das Denkmal von Fabian Rabsch und Ernst Thevis.

Es handelt sich hierbei um eine Schenkung der UNESCO an die Stiftung Weimarer Klassik, wobei seit 1997 private Spenden das Projekt unterstützt hatten

Es soll die miteinander verbundenen „Zwillingsbrüder im Geiste“, wie Goethe seine Beziehung zu Hafis bezeichnete, im Diskurs darstellen.

Goethes Gedicht über Hafis:

Und mag die ganze Welt versinken,

Hafis mit dir, mit dir allein

Will ich wetteifern! Lust und Pein

Sei uns, den Zwillingen, gemein!

Wie du zu lieben und zu trinken,

Das soll mein Stolz, mein Leben sein.

Du bist der Freuden echte Dichterquelle

Und ungezählt entfließt dir Well’ auf Welle.

Zum Küssen stets bereiter Mund,

Ein Brustgesang, der lieblich fließet,

Zum Trinken stets gereizter Schlund,

Ein gutes Herz, das sich ergießet.

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