Die „Erklärung zum Zweiten Schritt der Revolution“ und ihre Bedeutung hinsichtlich der gesellschaftspolitischen Problematik Irans

Abbas Ali Rahbar | Die Lebenswelt der iranischen Gesellschaft ist keine, die zwischen Zurückgebliebenheit, Zwang und Ausbeutung eine Wahl gehabt hätte, sondern es handelt sich um eine Gesellschaft von heute, die die Vorzüge der Moderne, aber auch genauso die eigenen nationalen und religiösen Möglichkeiten nutzt, die sich aus verschiedenen Entwicklungsverläufen einer mehrtausendjährigen Geschichte ergeben haben.

Zu den bedeutendsten und wirkungsvollsten Phänomenen im Reifungsprozess dieser Gesellschaft zählt das Auftreten der Islamischen Revolution in Iran, die sich auf alle politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebensbereiche ausgewirkt hat. Natürlich wurde diese Entwicklung im Laufe von vierzig Jahren auch von Höhen und Tiefen sowie von Stärke, aber auch von vielfachen Problemen begleitet.

Die Islamische Revolution Irans zeichnete sich besonders durch die Rückkehr zu vergessen geglaubten Gegebenheiten und deren religiöser Natur mit entsprechender Wirkung auf Aspekte des menschlichen Denkens aus. Der damit verbundene Ansatz zeigte sich in Bezug zu Religion, Spiritualität, Eigenständigkeit bzw. Unabhängigkeit, Rationalität, Demokratie sowie Mensch und Umwelt. Die kulturbezogenen Glaubenssätze drangen in die Analyse der Revolution ein und nahmen in gewisser Art und Weise mit der Kritik an der gängigen Philosophie über Revolutionen das zentrale Thema des Positivismus als moderne Revolutionstheorie mit ernsthaften Fragen in den Blick. Dasselbe gilt für den tiefgreifenden Zweifel in Bezug auf das Ende der Ideologie hinsichtlich des Zeitalters der „Welt als Dorf”. Aus diesem Grund beruhte Imam Khomeini zufolge der grundlegende Faktor der politischen und sozialen Revolution in Iran auf einer „inneren Revolution und dem Glauben an Gott”. Auf direktem Weg und im Gegensatz zur Jahrhunderte währenden Vorherrschaft des Säkularismus in der Welt drehte er den Prozess um, indem er ein inspirierendes Muster der Verbindung von Religion und Politik und damit einhergehende soziale und ordnungspolitische Veränderungen schuf. Deren Kontinuität basierte auf dieser Idee, über die er während einiger Jahrzehnte zuvor immer wieder nachgedacht hatte.

Im Verlauf der letzten vier Jahrzehnte seit der Islamischen Revolution hat Ayatollah Khamenei im Zuge seiner Führungsfunktion im System der Islamischen Republik Iran, aber auch auf der Grundlage pragmatischer Überlegungen und der Lektion aus der Geschichte die „Erklärung zum Zweiten Schritt der Revolution„ deutlich dargelegt. Diese Erklärung ist mit dem islamisch-iranischen Leitbild gleichzusetzen, wobei der Fortschritt und die widerstrebende Wirtschaft als Gesamtstruktur von der obersten Ebene der Staatsführung her gelenkt wird, so dass damit Fähigkeiten, Erfolge, aber auch Misserfolge und Probleme der iranischen Gesellschaft benannt werden.

Im vorliegenden Manuskript werden Ansichten hochgeschätzter Universitätsprofessoren und politisch aktiver Menschen ausgewertet, um neben der passenden Darlegung des Inhalts der „Erklärung zum Zweiten Schritt (der Revolution)” auch auf die maßgeblichen Probleme der iranischen Gesellschaft einzugehen. Der wichtige Punkt dabei ist, dass in solch einer Darlegung die politische Funktionsfähigkeit der Gesellschaft in Bezug auf die ausgewogene Verteilung von Eigenständigkeit, islamischem Bewusstsein, republikanischer Einstellung, Freiheit, Gerechtigkeit, geistigem Leben, relativer sozialer Fürsorge, Sicherheit sowie umfassendem und dauerhaftem Frieden Beachtung finden müssen. Dies bedeutet, dass im Nichtvorhandensein der Ausgewogenheit dieser Komponenten auch der Schlüssel für gesellschaftliche Probleme gesehen werden muss.

Nach dieser „Erklärung zum Zweiten Schritt der Revolution” ist es der oberste Führer der Islamischen Revolution Irans, der mit angemessenem Verständnis dem schnellen Wachstum der iranischen Bevölkerung, aber auch dem Wandel der Gesellschaft bezüglich ihrer politischen Struktur und der weltweiten Entwicklungen im Rahmen der Globalisierung gegenüber die notwendigen Schritte einleitet. Dies gilt auch für die Art und Weise der politischen Umsetzung, indem seine Vertreter sich mit der gesellschaftspolitischen Problematik in Iran beschäftigen und mit Umsicht „zunehmenden Konflikten” vorbeugen und damit die materielle wie geistige Weiterentwicklung in der iranischen Gesellschaft bewirken.

http://spektrum.irankultur.com/wp-content/uploads/2020/12/02-Die-Erkl%C3%A4rung-zum-Zweiten-Schritt-der-Revolution.pdf

 

Abbas Ali Rahbar, Associate Professor an der Allame Tabataba’i University, Teheran, Iran, E-mail: aa.rahbar@atu.ac.ir.

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